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Großer Bedarf - Stetige Steigerung


E. Pelikan: Herr Harms, AppenCapital ist nun seit 2005 auf dem Markt. Sie legen den Fokus Ihres Emissionshauses auf Feederschiffe. Was ist der Grund dafür?

O. Harms: Grundsätzlich ist es die Herkunft unserer Muttergesellschaft. Hinter AppenCapital steht die Schiffahrtsgesellschaft Detlef von Appen, die bereits seit 40 Jahren im Markt der Schifffahrt unterwegs ist. Sie ist wohlgemerkt nicht Reeder, sondern Operator. Das heißt, hier werden echte Kontrakte abgefahren bzw. befrachtet. Auf diesem Fundament haben Robert von Appen und Hendrik Ihrke 2005 das Unternehmen AppenCapital gegründet. Beide verfügen über sehr gute Kenntnisse der Schifffahrtsmärkte und des Emissionsgeschäftes, vor allem durch ihre vorherige Tätigkeit bei der Rickmers Reederei und dem Emissionshaus
ATLANTIC. Dass AppenCapital sich primär auf das Feedersegment konzentriert, hat verschiedene Gründe. Zum einen sind Neubaubestellungen für Feederschiffe in der Größenordung 1.100 TEU – 2.500 TEU im Moment sehr rar und decken nicht den wachsenden Bedarf an solchen Schiffen. Zum anderen sahen wir schon bei der Analyse des HWWI vom September 2006, dass für jedes neu in Dienst gestellte Großcontainerschiff bis zu fünf Feederschiffe benötigt werden. Diese Entwicklung wird sich sogar noch verstärken.

E. Pelikan: Ein erfolgreiches Emissionshaus braucht auch ein Netzwerk, das sozusagen das Emissionshaus befruchtet. Was kann da AppenCapital vorweisen?

O. Harms: Wir können natürlich die hervorragenden und langjährigen Kontakte aus der 40jährigen Geschichte der Appen Schiffahrtsgesellschaft vorweisen, die hier auch maßgeblich von Herrn Detlef von Appen eingebracht werden. Darüber hinaus gibt es sehr enge Verknüpfungen zu einer Vielzahl von renommierten Reedereien, Chartergesellschaften und Schiffsbrokern. Unser Team verfügt natürlich auch über alle anderen Marktzugänge, die andere Marktteilnehmer auch haben, wenngleich wir als Nischenanbieter unser Netzwerk speziell auf das Segment der Feederschiffe sowohl im Containerbereich als auch im Handysize Bulkbereich ausgerichtet haben. Hier gibt es natürlich ganz spezielle Makler, die für uns besonders attraktiv sind. Nicht zuletzt profi tiert AppenCapital auch von meinen Kontakten, über die ich durch langjährige Tätigkeit in dieser Branche verfüge.

E. Pelikan: Dann können wir hier Informationen aus erster Hand bekommen. Wo sehen Sie aktuell den Markt?

O. Harms: Je kleiner die Tonnage, desto weniger Volatilität. Das gilt parallel auch für die Charterdauer. Je kleiner die Tonnage, desto kürzer die Laufzeiten. Das ist ein geltendes Gesetz. Speziell für den 1.100 TEU Bereich sind wir allerdings sehr zuversichtlich. Zum einen ist er eine hervorragende Größenordnung, um auch im europäischen Dienst zu fahren. Zum anderen wird durch Verschrottung und fehlende Neubauten der Bedarf dramatisch zunehmen. Ich sehe kontinuierliche Steigerungen bei Charterraten und Kaufpreisen in diesem Segment.

E. Pelikan: Betriebskosten sind ein Thema, was die Finanzpresse jetzt verstärkt aufgegriffen hat. Was muss denn eine gute Konzeption an Betriebskosten vorsehen?

O. Harms: Betriebskosten sind in der Tat eine wichtige Stellschraube bei der Konzeption, in den letzten 1,5 Jahren vielleicht die am höchst fokussierteste neben der Relation US-Dollar zu Euro. Die Schiffsbetriebskosten werden uns auch noch weiter 2008 beschäftigen, vielleicht sogar 2009. Sie werden bei fünf Schiffsfondsanbietern fünf verschiedene Kalkulationsansätze sehen. Für unser aktuelles Angebot rechnen wir zu Gunsten der Anlegersicherheit mit 3.400 USD pro Tag, obwohl sicher auch 3.200 USD auskömmlich gewesen wären. Ergänzend kalkulieren wir mit einer jährlichen Steigerung von 2 %. Ich bin mir sicher, dass wir nachhaltig mit solchen Konzepten interessante Feederschiffe entwickeln und auflegen können.

E. Pelikan: Vielen Dank für das Gespräch.


beteiligungsreport 1/08, März 2008

 

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