
Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Schiffsbeteiligung
Wie funktioniert eine Schiffsbeteiligung?
Schiffsbeteiligungen sind unternehmerische Beteiligungen mit mittelfristigen Laufzeiten, bei denen sich der Anleger kommanditistisch an einem oder mehreren Schiffen beteiligt. Er wird somit Mitunternehmer eines Schifffahrtsbetriebes (in der Regel in der Gesellschaftsform einer GmbH & Co. KG). Der Vertragsreeder der Gesellschaft besorgt neben der technischen und kaufmännischen Betreuung des Schiffes das Chartermanagement, d.h. er "vermietet" das Schiff an einen Charterer, der dieses für den weltweiten Gütertransport einsetzt. Aus den laufenden Einnahmen des Schiffes werden die Betriebskosten, Zinsen und die Tilgungen des Schiffshypothekendarlehens, welches in der Regel von einer Bank aufgenommen wurde, gedeckt. Verbleibende Überschüsse werden jährlich an die Anleger ausgezahlt.
Der Anleger partizipiert somit am wirtschaftlichen Erfolg des professionell gemanagten Schiffes, wobei sein das unternehmerisches Risiko jedoch grundsätzlich auf die Höhe seiner Einlage begrenzt ist. Die Rendite für den Anleger setzt sich aus der Kombination der an ihn geleisteten Auszahlungen, dem anteilgen Veräußerungserlös bei Verkauf des Schiffes am Ende seiner Betriebszeit und dem Steuersaldo zusammen.


Wer sind die Partner bei einer Schiffsbeteiligung?
Die Anleger / Kommanditisten
Der Anleger - auch Kommanditist genannt - beteiligt sich durch seine Kapitaleinlage direkt oder treuhänderisch über eine Treuhänderin an einer Schifffahrtsgellschaft und partizipiert an dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Die Haftung des Anlegers ist auf die Höhe der von ihm gezeichneten Beteiligung begrenzt.
Die Schifffahrtsgesellschaft
Die Schifffahrtsgesellschaft ist die Eigentümerin des Schiffes. Ihr Geschäftszweck ist der Betrieb des Schiffes und die Durchführung aller damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Die Geschäftsführung und Vertretung der Schifffahrtsgesellschaft erfolgt durch ihre persönlich haftende Gesellschafterin, die Komplementärin.
Das Emissionshaus
Das Emissionshaus ist für das Gesamtkonzept einer Beteiligung zuständig. Es bringt die einzelnen qualifizierten Vertragspartner zusammen und führt im Rahmen der Eigenkapitaleinwerbung die Prospekterstellung und das Marketing durch.
Die Treuhänderin
Die Treuhandgesellschaft verwaltet und betreut die Kommanditeinlagen der Anleger und informiert diese fortlaufend über die wirtschaftlichen und steuerlichen Ergebnisse ihrer Beteiligung. Daneben erfolgt ein umfassendes Controlling des laufenden Schifffahrtsbetriebes und des Reeders.
Der Reeder
Das Management des Schifffahrtsbetriebes obliegt dem Reeder.
Er ist für die Beschäftigung des Schiffes und den Schiffsbetrieb zuständig. Dazu gehören im Wesentlichen die Bemannung des Schiffes, die Versorgung mit allen notwendigen Ausrüstungsgegenständen, der Abschluss der erforderlichen Versicherungen, die Wartung und Pflege des Schiffes sowie die kaufmännische Betreuung der Schifffahrtsgesellschaft.
Der Charterer
Der Charterer mietet das Schiff, um es für den Gütertransport einzusetzen. Erfolgt die Charter auf Basis einer Bareboat-Charter, ist der Charterer auf eigene Kosten für die Bemannung, die Instandhaltung und den Abschluss aller notwendigen Versicherungen verantwortlich.
Die Werft
Die Werft baut das Schiff. Ein marktgerechtes Design und die Zuverlässigkeit des Schiffes sind Voraussetzungen für einen langfristigen erfolgreichen Schiffsbetrieb.
Die Bank
Ein Teil des zum Erwerb des Schiffes notwendigen Kapitals stellt die Bank der Schifffahrtsgesellschaft in Form von Fremdkapital zur Verfügung. Die Schifffahrtsgesellschaft hat dafür den Kapitaldienst (Zins- und Tilgungszahlungen) zu leisten.


Was ist die Tonnagesteuer?
Die 1999 eingeführte Tonnagesteuer ist eine eigens für Schifffahrtsunternehmen eingeführte Gewinnermittlung. Bei der Tonnagebesteuerung wird nicht wie beim Betriebsvermögensvergleich auf das Ergebnis von Einnahmen und Ausgaben abgestellt, sondern die Höhe der Steuer wird - unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis der Gesellschaft oder der Höhe der Auszahlungen an die Anleger - pauschaliert festgestellt. Als Grundlage zur Feststellung der Höhe der Tonnagesteuer dient die so genannte Nettoraumzahl des Schiffes, die im Wesentlichen dessen Raumgehalt erfasst. Hieraus resultiert eine außerordentlich niedrige Steuerbelastung
für die Gesellschaft und somit für den einzelnen Anleger.
Eine weitere Besonderheit der Tonnagesteuer ist die Besteuerung bei der Veräußerung des Schiffes, bei der der so genannte Unterschiedsbetrag und nicht der tatsächliche Veräußerungsgewinn zu versteuern ist. Der Unterschiedsbetrag ist die beim Wechsel zur Tonnagesteuer festgestellte
Differenz zwischen Teilwert (Marktwert) und Buchwert des Schiffes zum Stichtag des Wechsels.
Dieser Unterschiedsbetrag ist beim Verkauf des Schiffes ohne Rücksicht auf den tatsächlich erzielten Veräußerungserlös mit dem jeweiligen individuellen Steuersatz der der Anleger zu versteuern. Ein über den Unterschiedsbetrag hinausgehender Veräußerungsgewinn ist nicht zusätzlich zu versteuern. Durch diese pauschalierte Feststellung der Besteuerung bei der Veräußerung des Schiffes resultieren in der Regel weitere Vorteile für den Anleger.
Zielsetzung der Tonnagesteuer ist eine Stärkung des Schifffahrtsstandortes Deutschland. Anwendungsvoraussetzung für die Tonnagebesteuerung ist, dass die Geschäftsführung der Gesellschaft sowie die Bereederung des Schiffes in Deutschland zu erfolgen hat und das Schiff überwiegend in das inländische Schiffsregister eingetragen ist.
Bei Option für die pauschalierte Gewinnermittlung ist die Gesellschaft für zehn Jahre an dieses Besteuerungssystem gebunden.


Welche Vorteile bieten Schiffsbeteiligungen?
Chancenreicher Wachstumsmarkt
Rund 98% aller interkontinental transportierten Güter werden auf dem Seeweg befördert. Die derzeitige Schiffstonnage reicht jedoch nicht aus, um die erwarteten Steigerungen des Ladungsaufkommens - innerhalb der nächsten zehn Jahre wird mit einem durchschnittlichen Wachstum des Containerumschlags von rund 8% pro Jahr geechnet - zu befriedigen. Die daraus resultierende langfristig hohe Nachfrage nach Schiffstonnage sind ideale Voraussetzung für ein Investment in den Schifffahrtsmarkt.
Realer Sachwert
Schiffsbeteiligungen sind eine eigene Anlageklasse, die im Gegensatz zu Aktien- oder Rentenfonds keinen täglichen Kursschwankungen unterliegt. Eine Schiffsbeteiligung stellt ein Schiff einen realen Sachwert dar, der - sofern alle Parameter der Beteiligung stimmen - ein attraktives Chancen-/Risikoverhältnis bietet.
Steuer
Darüber hinaus ist eine Schiffsbeteiligung auch unter steuerlichen Gesichtspunkten ein sinnvolles Investment. In der Anfangsphase des Schiffsbetriebes können negative Ergebnisse mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden, anschließend erhält der Anleger durch Tonnagebesteuerung nahezu steuerfreien Auszahlungen. Bei reinen Tonnagesteuerfonds profitiert der Anleger von Beginn an von der günstigen Tonnagebesteuerung.
Inflationsschutz
Die aktuelle Inflationsrate liegt bei ca. 1,7%. Die prognostizierten weitgehend steuerfreien Auszahlungen einer Schiffsbeteiligung liegen in der Regel weit darüber und führen zu attraktiven Renditeaussichten.


Was sind die Erfolgsfaktoren einer Schiffsbeteiligung?
Anleger sollten bei der Auswahl einr Schiffsbeteiligung als Kapitalanlage auf folgend Kriterien achten, die den wirtschaftlichen Erfolg einer Beteiligung wesentlich beeinflussen:
Gesicherte Erstbeschäftigung
Das Schiff sollte über eine gesicherte Erstbeschäftigung bei einem erstklassigen, bonitätsstarken Charterer verfügen, um die Einnahmen der Gesellschaft und somit die Rückführung des Schiffshypothekendarlehens zu sichern.
Erfahrener Reeder
Das Management des Schiffes durch einen erfahrenen Vertragsreeder, der die technische und kaufmännische Betreuung des Schiffes übernimmt und für dessen Beschäftigung verantwortlich ist, stellt eine Grundvoraussetzung für einen langfristig erfolgreichen Schiffsbetrieb dar.
Solide Kalkulation
Die Kalkulation sollte die aktuellen Marktverhältnisse zum Zeitpunkt der Prospekterstellung berücksichtigen und realistische Planzahlen abbilden. Dies beinhaltet u.a. eine konservative Einschätzung der zukünftig zu realisierenden Chartereinnahmen, der Betriebskosten, der zugrunde gelegten Wechselkurse und dem möglichen Veräußerungserlös.
Marktgerechtes Schiffsdesign
Das Schiff sollte den Bedürfnissen des Marktes entsprechen. Hier spielen z. B. ein günstiges Verhältnis zwischen Dienstgeschwindigkeit und Bunkerverbrauch sowie die hohe Zuverlässigkeit des Schiffes ein wichtige Rolle.
Erfahrene Verwaltung
Die laufende Betreuung der Schiffsbeteiligung erfolgt über eine Treuhandgesellschaft, von deren Erfahrung und Kompetenz die Vertretung der Interessen des Anlegers abhängt.


Wieviel muss man investieren und wie lange ist das Kapital gebunden?
Bei klassischen Schiffsbeteiligungen liegt die Mindestbeteiligungssumme in der Regel bei EUR 15.000 - 25.000. Auf die Beteiligungssumme wird meist ein Preisaufschlag (Agio) erhoben, mit dem ein Teil der Vertriebskosten abgedeckt wird.
Eine Schiffsbeteiligung ist eine langfristige Investition. Üblicherweise ist eine Schiffsbeteiligung auf ca. 10-18 Jahre ausgerichtet, anschließend wird das Schiff veräußert und der Fonds aufgelöst.


Wird das rechtliche und steuerliche Konzept einer Schiffsbeteiligung durch externe Dritte geprüft?
Das rechtliche und steuerliche Konzept einer Schiffsbeteiligung wird in der Regel in Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten und einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft abgestimmt. Zudem wird ein ein Prospektprüfungsbericht erstellt. Diese Unterlagen kann der Anleger bei Bedarf anfordern.


Beteiligt sich der jeweilige Reeder auch selbst an "seinem" Schiff?
Um die Interessenidentität des Reeders und der Anleger zu gewährleisten und ein im Sinne der Schifffahrtsgesellschaft ökonomisches Wirtschaften zu gewährleisten, ist der Reeder in der Regel vertraglich verpflichtet, sich an dem jeweiligen Schiff mit einem nicht unerheblichen Betrag selbst zu beteiligen. Dies dokumentiert das Vertrauen des jeweiligen Vertragsreeders in den wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligung.


Gibt es unabhängige Beurteilungen zu Schiffsbeteiligungen?
Ja, neben dem Prospektprüfungsbericht werden oftmals Ratings von unabhängigen Analysehäusern durchgeführt.

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