
Erläuterung wichtiger Begriffe aus den Bereichen Schifffahrt, Schiffsbeteiligungen und Geschlossene Fonds
            
            

Schenkungsteuerlicher Wert
Grundlage des schenkungssteuerlichen Wertes einer gewerblichen Unternehmensbeteiligung bildet das Kapitalkonto der Kommanditisten, in dem die Liquiditätsströme und steuerlichen Ergebnisse abgebildet sind. Dabei werden Auszahlungen wie Entnahmen behandelt. Im Falle der Übertragung des Anteils durch Schenkung oder Vererbung hat eine Beteiligung an einem Unternehmen Vorteile, z. B. gegenüber Geldzuwendungen auf Grund des nach erbschaftsteuerlichen Vorschriften zu ermittelnden geringeren Wertes.
Schiffsbetriebskosten
Alle in der Betriebsphase eines Schiffes anfallende Kosten, u.a. Kosten für Bunker, Personal, Ausrüstung, Reparaturen, Schmieröl, Versicherungen, Besichtigungen und sonstige Kosten.
Schiffshypothekendarlehen
Bankdarlehen: Die Darlehensforderung ist - entsprechend einer Immobilienfinanzierung - durch Eintragung einer Schiffshypothek im Seeschiffsregister abgesichert.
Seemeile
Nautisches Längenmaß: 1 SM (NM) = 1,852 km.
Seeschiffsregister
Öffentliches, bei den Amtsgerichten geführtes Register, das über Rechtsverhältnisse an Schiffen Auskunft gibt.
Self Geared / Self Sustained
Schiff mit eigenem Ladegeschirr an Bord und somit unabhängig von landseitigem Ladegeschirr.
Sensitivitätsanalyse
Darstellung der Auswirkung von etwaigen, nicht planbaren oder beeinflussbaren zukünftigen Veränderungen wesentlicher Einflussfaktoren auf künftige Entwicklungen der Wirtschaftlichkeit der Kapitalanlage (unterschiedliche Szenarien).
Service-Geschwindigkeit
Durchschnittliche Geschwindigkeitsperformance eines Schiffes im regulären Betrieb.
Single-Decker
Schiff mit nur einem Deck (dem Wetterdeck). Es gibt keine horizontale Unterteilung des Laderaumes.
Slot
Containerstellplatz auf einem Schiff.
Small Tanker
Tanker mit einer Tragfähigkeit zwischen 1.000 und 20.000 tdw zum Transport von Öl/Ölprodukten und Chemikalien.
Solas-Abkommen
"Safety of Life at Sea-Convention": Internationale technische Vorschrift, die sicherheitsfördernde bauliche Maßnahmen und Ausrüstungsgegenstände zur Gewährleistung der Leckstabilität und allgemeinen Verbesserung der Schiffssicherheit vorschreibt.
Sondertilgungen
Tilgungen, die außerhalb der vereinbarten regelmäßigen Tilgungen stattfinden. Die mögliche Höhe und die Bedingungen für Sondertilgungen werden im Darlehensvertrag festgelegt.
Sonderumlage
Die Sonderumlage ist eine außergewöhnliche Zahlung in besonderen Fällen (z.B. notwendige Reparatur).
Sonderwerbungskosten
Werbungskosten, die nicht im Rahmen der Fondsgesellschaft, sondern beim einzelnen Gesellschafter anfallen.
Spekulationsfrist
Frist von zehn Jahren, in der Beteiligungen nicht steuerfrei veräußert werden können.
Spotrate
Charterrate für Einzelreisen in der Schifffahrt.
Stainless-Steel-Tanks
Ladetanks aus nicht rostendem Stahl.
Steuerbord
Rechte Seite eines Schiffes in Fahrtrichtung, grüne Kennung (Gegensatz: Backbord)
Steuerliches Ergebnis
Positiver oder negativer Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eines Unternehmens unter steuerrechtlichen Bedingungen, welcher vom handelsrechtlichen Ergebnis abweicht. Das steuerliche Ergebnis wird bei einer Personengesellschaft (z.B. KG) den Gesellschaftern anteilig entweder entsprechend der Höhe ihrer Beteiligung oder wie im Gesellschaftsvertrag vereinbart zugewiesen.
Stille Beteiligung
Ein Investor investiert Kapital für eine bestimmte Laufzeit, ohne selbst direkter Gesellschafter zu werden. Die Beteiligung kann anonym bleiben und wird nicht ins Handelsregister eingetragen (still).
Stiller Gesellschafter
Der Stille Gesellschafter beteiligt sich an einem Unternehmen mit einer Einlage, die in das Vermögen der Gesellschaft übergeht. In den meisten Fällen wird die Einlage mit einem vertraglich festgelegten Zinssatz verzinst und der Stille Gesellschafter nimmt nicht am Ergebnis der Gesellschaft teil. Bei "Atypisch Stillen Gesellschaften" aber nimmt der Stille Gesellschafter am Ergebnis der Gesellschaft teil, die feste Verzinsung der Einlage entfällt.
Stückgut
Bezeichnung für große, aber einheitlich verpackte Mengen an Stück- oder Schüttgütern, z. B.: Feinbleche, Eisendraht, Maschinen, Paletten und Getreide in Säcken. Gegenteil: Massengüter
Suezmax
Bezeichnung für Schiffe, die den Suez-Kanal durchfahren können (keine Begrenzung der Schiffslänge; max. Breite/Tiefgang: ca. 70 Meter/ca. 17 Meter). Suezmax-Tanker haben eine Tragfähigkeit von 175.000 tdw.
Szenarien
Planungstechnik, um Chancen und Risiken einer strategischen Entscheidung besser abschätzen zu können. Es werden üblicherweise drei Modelle dargestellt, darunter die beiden Extreme "Best Case" (siehe Best Case) und "Worst Case" (siehe Worst Case) und ein "Real Case" Modell, mit dessen Eintritt man am meisten rechnet. |