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Eine Milliarde Euro für den Hafen

HHLA startet größtes Investitionsprogramm. Plus bei Umschlag und Ergebnis. Mehr Geld an die Stadt.

Hamburg - Die Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG (HHLA) will ihre Kapazität im Containerumschlag bis zum Anfang des nächsten Jahrzehnts mehr als verdoppeln. Damit stellt sich das stadteigene Unternehmen auf den Boom in Asien und im Ostseeraum ein, wo der Containerverkehr zwischen 2002 und 2004 um 70 beziehungsweise 65 Prozent zulegte. "Unsere drei Containerterminals werden dann mehr als zehn Millionen Standardcontainer schaffen", sagte der Vorstandschef der HHLA, Klaus-Dieter Peters, gestern. Bis 2012/13 soll beim größten Investitionsprogramm der HHLA mehr als eine Milliarde Euro in den Hafen fließen, 800 Millionen Euro davon in die Terminals.

Getragen vom starken Welthandel stieg die Zahl der umgeschlagenen Container 2004 um 17,1 Prozent auf 4,6 Millionen Standardcontainer (TEU). Der Umsatz erhöhte sich um 17,7 Prozent auf 716 Millionen Euro und der Jahresüberschuß stieg auf 32,4 Millionen Euro. 2003 war die HHLA durch Anlaufverluste für die Terminals Altenwerder und Lübeck sowie durch Sondersteuern mit 8,5 Millionen Euro ins Minus gerutscht.

Jetzt verdient einzig der Terminal in Lübeck kein Geld. Doch dies soll sich 2005 ändern. So fahren seit dem 9. Mai Containerzüge mit je 40 TEU zwischen Lübeck und Hamburg, um den Ostseeraum rascher mit Hamburg zu verbinden. 2005 sollen in Lübeck 60 000 TEU verladen werden.

Für den Ausbau des Hafens favorisiert Peters den Standort Steinwerder.
"Der Bau eines neuen Containerterminals scheint mir dort zeitlich unproblematischer als in Moorburg", sagte er. In jedem Fall werde sich die HHLA um den Betrieb der Anlage bewerben. Dagegen hat sich die HHLA von Beteiligungen in Südamerika getrennt und verzichtet auch auf einen Einstieg in den Containerhafen St. Petersburg.

Das Konzept des Hafenkonzerns leuchtet auch dem Haspa-Logistik-Analysten Lars Torlinski ein. "Die HHLA reagiert mit dem Ausbau der Terminals schnell auf die immer größeren Containerfrachter", sagt er. Dazu profitieren die Hafenfirma vom "blühenden Handel" mit Asien und der Entwicklung Osteuropas.

Peters rechnet für 2005 mit einem erneut besseren Ergebnis. Die Ausschüttung an die Stadt soll nach 3,5 Millionen Euro für 2003 auf acht Millionen Euro für 2004 steigen. 2007 soll die HHLA reif für den Kapitalmarkt sein.


Hamburger Abendblatt, 22. Juni 2005

 

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