100 Schiffe mehr unter deutscher Flagge
Seit Mai 2003 fahren wieder 100 Schiffe mehr unter deutscher Flagge. Damit haben die deutschen Reeder ihr Versprechen eingelöst, das sie bei der Nationalen Maritimen Konferenz in Lübeck gegeben hatten. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe flaggte am Freitag in Hamburg das Containerschiff "Hanjin Chicago" als 100. Handelsschiff unter deutsche Flagge zurück.
Hamburg - Seit Mai 2003 fahren wieder 100 Schiffe mehr unter deutscher Flagge. Damit haben die deutschen Reeder ihr Versprechen eingelöst, das sie bei der Nationalen Maritimen Konferenz in Lübeck gegeben hatten. Bundes-verkehrsminister Manfred Stolpe flaggte am Freitag in Hamburg das Containerschiff "Hanjin Chicago" als 100. Handelsschiff unter deutsche Flagge zurück. Damit fahren erstmals mehr als 400 auf internationalen Routen verkehrende Schiffe mit der schwarz-rot-goldenen Flagge am Heck. Stolpe lobte diesen Schritt als "großen Erfolg für die deutsche Schiffahrt". Jetzt gehe es darum, die gute Teamarbeit zugunsten des maritimen Standortes Deutschland fortzusetzen.
Der Verband Deutscher Reeder, die Küstenländer, die Bundesregierung und die Gewerkschaft Ver.di hatten in Lübeck vereinbart, bis Ende dieses Jahres die Handelsflotte unter deutscher Flagge um 100 Schiffe auszubauen. Im Gegenzug sicherte der Bund eine Senkung der Lohnzusatzkosten zu und versprach, an der für die Reeder günstigen Tonnagesteuer weiter festzuhalten.
Ziel dieser Vereinbarung war es, das Ausflaggen von Schiffen aus der deutschen Flagge und den damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen und seemännischem Know-how zu stoppen, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. "Das in Lübeck gegebene Versprechen ist in diesen Tagen erfüllt worden", sagte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Reeder, Frank Leonhardt. "Die Flottenentwicklung und der Zuwachs an Beschäftigung in den Reedereibetrieben sowie der starke Zuwachs neuer Ausbildungsverhältnisse zeigen, dass die Maßnahmen ihre gewünschte Wirkung tatsächlich entfalten."
Verkehrsminister Stolpe wies erneut auf die Bedeutung der Schiffahrt hin. Deutschland sei mit 2600 Schiffen der drittgrößte Schiffahrtsstandort der Welt. Bei der Containerschiffahrt liege die Bundesrepublik sogar auf Rang eins. 28 Prozent der weltweiten Containerkapazität werden von Deutschland aus geleitet. Der Umsatz in der Schifffahrt wird voraussichtlich von 14,1 Milliarden Euro 2004 auf 16,4 Milliarden Euro in diesem Jahr steigen.
"Viele wissen noch nicht, daß wir ohne die maritime Wirtschaft nie Exportweltmeister wären", sagte Stolpe. "Die Küste ist fest in unsere nationale Wertschöpfungskette integriert und mehr noch, ihr Rückgrat." Deshalb sollen künftig noch mehr Schiffe unter deutsche Flagge kommen. "Alle Beteiligten haben sich darauf verständigt, daß dies erst der Anfang ist", sagte der Sprecher des Verkehrsministers, Dirk Inger, dem Abendblatt.
Hamburger Abendblatt, 27. August 2005
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