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"Tonnagesteuer bringt Planungssicherheit"

Für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC gilt die Regelung als Investition in den Standort Hamburg

Das von der Bundesregierung verabschiedete Koalitionspapier, das unter anderem ein Weiterbestehen der Tonnagesteuer beinhaltet, ist nach Expertenmeinung für die maritime Wirtschaft eine gute Grundlage. "Die Hamburger Reeder können ein Stück weit aufatmen", weiß Claus Brandt, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in Hamburg. "Mit dem Weiterbestehen der Tonnagesteuer gibt es für die Unternehmen und ihre vorwiegend mittelständischen Zulieferer zum einen Planungssicherheit, zum anderen legt die Bundesregierung aber auch ein klares Bekenntnis zur deutschen Schiffahrt ab."

Die 1999 eingeführte Tonnagesteuer, die den Gewinn eines Schiffes pauschal nach dessen Größe besteuert und zeitweise von Union und SPD kritisiert wurde, ist eine gute Rahmenbedingung für die Schiffahrtsbranche. "Durch diese steuerliche Vergünstigung sind in Norddeutschland bereits zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen worden - und das mit deutlich steigender Tendenz." Mittlerweile sei es sogar schwer, erfahrene Mitarbeiter zu finden, es herrsche ein von Abwerbungen bestimmter Markt.

Einer der Gründe dafür ist laut Brandt neben dem Anstieg des Frachtvolumens die Rückflaggung von Schiffen ins deutsche Register. Zudem seien zur Zeit die Unternehmer bereit, wegen der Steuerbedingungen ihren Sitz in Deutschland beizubehalten und nicht in Länder wie Holland oder Norwegen auszuweichen, die vergleichbare Regelungen vorweisen können. "Die Tonnagesteuer kann als Investition in die Zukunft des Standortes Hamburg betrachtet werden - und wirkt sich damit auch positiv auf die deutsche Gesamtlage aus", erläutert der PwC-Experte.

Nach mehrjähriger Zurückhaltung wachse wieder die Bereitschaft, Investitionen vorzunehmen. "Für das kommende Jahr erwarten wir - nicht zuletzt aufgrund der geänderten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen - eine Erleichterung, die den Mittelstand als Stütze der deutschen Wirtschaft nach vorn bringen wird", so Franz Nienborg, Vorstandsmitglied bei PwC und zuständig für den Geschäftsbereich Mittelstand in Norddeutschland. Da auch für 2006 der Export als stärkster Konjunkturmotor wahrgenommen wird, genießen Hamburger Mittelständler seiner Meinung nach im Deutschlandvergleich eine Sonderstellung.

Nienborg: "Hier in der Hansestadt haben sich die Unternehmer schon sehr früh auf den Weg in internationale Gefilde gemacht. Davon werden Hamburg und die Region als Logistikstandort in den kommenden Jahren überdurchschnittlich profitieren."


DIE WELT, 29. Dezember 2005

 

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