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Kleine Tonnage wichtig

Marktbeobachtung in der europäischen Binnenschifffahrt

In der europäischen Binnenschifffahrtsflotte ist es trotz des Trends, nur noch große Schiffe auf den Markt zu bringen, sehr wichtig, kleinere Tonnage zu erhalten. Sie wird benötigt, um in langen Perioden mit Niedrigwasserständen Versorgungsketten auf dem Wasser aufrechterhalten zu können.

Das ist eines der Ergebnisse aus der Publikation „Marktbeobachtung in der Binnenschifffahrt“, die die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR) in enger Kooperation mit dem Gewerbe und der EU-Kommission erstellt hat. Ziel ist, frühzeitig etwaige sich abzeichnende strukturelle Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage nach Laderaum zu erkennen und rechtzeitig auf politischer Ebene Abhilfe zu schaffen.

Aus den zusammengestellten Daten aus den Jahren 2001 bis 2004 geht zudem hervor, dass die Binnenschifffahrt selbst in Zeiten außergewöhnlicher Wasserführung ein so wichtiges Glied in der Transportkette ist, dass die übrigen Verkehrsträger bei einem Ausfall die Beförderungsnachfrage hinsichtlich Kapazität und Flexibilität nicht decken können.

Nach dem allmählichen Auslaufen der „Alt-für-neu-Regelung“ sei insbesondere auf dem Tankschifffahrtssektor angesichts auf den Markt kommender Neubauten mit neuen Überkapazitäten zu rechnen, schreiben die Verfasser der Publikation zur Marktbeobachtung. Sie sehen eine Kluft zwischen der stagnierenden Nachfrageentwicklung und dem neu auf den Markt kommenden Laderaum.

Der seit rund zehn Jahren zu beobachtende beträchtliche Zuwachs im Containerverkehr biete der Binnenschifffahrt die Möglichkeit, ihren Marktanteil zu erweitern. Allerdings setze dies voraus, dass das Gewerbe Anpassungen und Rationalisierungen umsetze, mit deren Hilfe es möglich ist, sich in Logistikketten zu integrieren. Ebenso sieht der Bericht aber auch die Hafenorganisationen in der Pflicht, für weitere Verbesserungen in der Infrastruktur zu sorgen.

Binnenschifffahrtsunternehmen die sich den traditionellen Märkten widmen – wie der Beförderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse oder dem Eisen- und Stahlbereich -, können weiter von dem Wirtschaftswachstum profitieren, das durch den Bedarf in Südwestasien ausgelöst wird. Die Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich dieser Konjunkturtrend auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.


DVZ, 21. Februar 2006

 

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